Deutsch-Ungarische Gesellschaft

in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Erinnerung an 1956 und 1989 in Düsseldorf – Verabschiedung von Generalkonsul Balázs Szegner

DUG-Präsident Gerhard Papke, Generalkonsul Balázs Szegner, Staatssekretär Attila Steiner (von links nach rechts).


Mit 180 Gästen nahezu aus allen Nähten platzte der große Versammlungssaal des Gerhart-Hauptmann-Hauses in Düsseldorf am 22. Oktober.
Das Generalkonsulat Ungarns in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt und die Deutsch-Ungarische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland hatten zur gemeinsamen Gedenkveranstaltung zum Ungarischen Volksaufstand 1956 eingeladen. Die Veranstaltung erinnerte in diesem Jahr zusätzlich an die Ereignisse von 1989, als die kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa unter dem Druck der Völker zusammenbrachen, die endlich wieder ihre Freiheit zurückwollten.

Für den ungarischen Generalkonsul Balázs Szegner, der die Gäste mit herzlichen Worten begrüßte, bedeutete die Veranstaltung zugleich seinen Abschied aus Nordrhein-Westfalen, wo er in den zurückliegenden Jahren als Repräsentant Ungarns herausragende Arbeit leistete. DUG-Präsident Gerhard Papke und Staatssekretär Attila Steiner als Vertreter der ungarischen Regierung würdigten den besonderen Beitrag Szegners zur deutsch-ungarischen Freundschaft

Staatssekretär Attila Steiner




und sein erfolgreiches Engagement, das tiefe Spuren hinterlassen habe. Papke überreichte Szegner als Abschiedsgeschenk eine Grubensicherheitslampe aus dem Steinkohlebergbau, versehen mit dem Hinweis, sie solle ihn immer daran erinnern, nach Deutschland zurückzukommen. Staatssekretär Attila Steiner aus dem ungarischen Ministerium für Justiz und Europa hatte zuvor in seiner Festrede das Selbstverständnis Ungarns als freiheitliche Gestaltungskraft in Europa herausgearbeitet. Die Ungarn seien überzeugte Europäer, bestünden aber in voller Übereinstimmung mit den Europäischen Verträgen darauf, ihren eigenen Überzeugungen zu folgen. 1956 und 1989 habe sich gleichermaßen gezeigt, wie sehr der Kontinent insgesamt davon profitieren könne.

Diesen Faden nahm auch DUG-Präsident Gerhard Papke in seiner Rede auf. Er erinnerte daran, dass Ungarn schon im August 1989 hunderten jungen DDR-Bürgern die Flucht in den Westen ermöglichte: »Hätten unsere Landsleute damals ihre Flucht an der innerdeutschen Grenze probiert, wären wohl viele von ihnen erschossen worden. Die Ungarn hingegen halfen ihnen«. Gerade Deutschland habe den Ungarn unendlich viel zu verdanken und dürfe dies niemals vergessen.

Gerhard Papke


Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war das von Papke moderierte Podiumsgespräch mit Staatssekretär Steiner und Kálmán Sóvári-Soós, einem aktiven Teilnehmer des 56er Volksaufstandes, dessen Erinnerungen die ganze Dramatik der damaligen Ereignisse noch einmal lebendig werden ließen. Er und die anderen Freiheitskämpfer von 1956 hätten bei aller Enttäuschung über das Scheitern des von russischen Panzern niedergewalzten Volksaufstands ihre Hoffnung nie verloren: »1989«, so Kálmán Sóvári-Soós, der als Ingenieur und Physiker in Deutschland wie viele andere Exilungarn außerordentlich erfolgreich war, »hat die Freiheitsliebe des ungarischen Volkes schließlich doch gesiegt«.