Deutsch-Ungarische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
 

Der Wolfgang-Kessler-Agrarforschungspreis für Agrar- und Ernährungswissenschaften - eine Investition in unsere Zukunft

 
Eine ausschließlich von den Mitgliedern und ihren Beiträgen finanzierte Gesellschaft wie die Deutsch-Ungarische Gesellschaft kann nicht alle Themenfelder im deutschungarischen Dialog abdecken, sie muss sich konzentrieren auf einige Schwerpunktaufgaben. Dazu gehört seit 2006 die Verleihung des Wolfgang Kessler Agrarforschungspreises. Vorangegangen war die Reaktivierung des Arbeitskreises Agrarforschung Anfang 2005 durch den neuen Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. h. v. Jan I. Lelley und damit verbunden die Förderung des Austausches von Nachwuchswissenschaftlern.

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Agrar- und Ernährungswissenschaften nimmt zu und in anbetracht der sich abzeichnenden Versorgungslage der Weltbevölkerung, dürfte sich diese Zunahme noch weiter beschleunigen.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Weltbevölkerung in den kommenden 40 Jahren, bis 2050, um 50 %, von heute 6 auf 9 Milliarden Menschen anwachsen wird. Die Nahrungsmittelversorgung der zu erwartenden Weltbevölkerung scheint eine fast unlösbare Aufgabe zu sein.

Der Bevölkerungszunahme steht eine mögliche Erweiterung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen von nur ca. 15 % entgegen. Diese Diskrepanz ist umso dramatischer, als das Ertragspotential der Nahrungspflanzen den Aussagen der Fachwissenschaftler zufolge erschöpft ist. Mit anderen Worten, höhere Flächenerträge der Nahrungspflanzen können nicht erwartet werden.

Diese ohnehin betrübliche Situation wird aber durch drei Faktoren zusätzlich nachteilig beeinflusst:

  • Dem Klimawandel zufolge werden bisher noch landwirtschaftlich nutzbare Standorte versteppen und künftig nicht mehr  bebaubar sein.
  • Sich künftig noch häufenden Dürren und Überschwemmungen werden die Ernten stärker als bisher zerstören.
  • Der steigende Druck von Krankheiten und Schädlingen wird die Welternte weiter dezimieren.

Man erwartet als Folge dieser Entwicklung weltweit dramatisch steigende Nahrungsmittelpreise, mit dem Ergebnis, dass sich Elend und Hunger in den Entwicklungsländern noch mehr ausbreiten werden. Der Prozess der Preissteigerung hat bereits eingesetzt und die Folgen werden den wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge bald selbst in den Industrienationen zu spüren sein.

In einer solchen Situation muss die Ausbildung von Agrarexperten eine vorrangige Aufgabe sein. Die Bewältigung der anstehenden Probleme, oder zumindest die Linderung derer Folgen, erfordert hochqualifizierte Akteure. Sie werden auch den Ausgleich bei den aufeinander prallenden Interessen großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gruppen moderieren müssen. Es wird erwartet, dass Nutzpflanzenproduktion, Naturschutz und Waldwirtschaft um die gesellschaftliche Akzeptanz konkurrieren werden. Den Vorrang der Nutzpflanzenproduktion  vor dem Naturschutz und womöglich gebietsweise auch vor der Waldwirtschaft wird man großen gesellschaftlichen Kreisen vermitteln müssen. Die Optimierung der Nutzpflanzenproduktion nach der Devise so viel wie möglich, so wenig wie nötig, wird die Aufgabe künftiger Agrarexperten sein.

Durch die Exzellenzförderung mit dem Wolfgang Kessler Forschungspreis der Deutsch-Ungarische Gesellschaft leisten wir einen wichtigen Beitrag in diesem Kontext. Die Auszeichnung und finanzielle Förderung von jungen Agrar- und Ernährungswissenschaftlern nach einem Bewerbungs- und Auswahlverfahren in Ungarn, ist eine bescheidene aber wichtige Investition in unsere Zukunft. Wir können stolz darauf sein, mit unserer Exzellenzförderung einen Beitrag leisten zu können, um die Lebensgrundlage der Menschheit zu sichern.

 

Die bisherigen Gewinnerinnen und Gewinner der Wolfgang Kessler Forschungspreise 

 

2006                Dongó Anita Ph.D.
                        
Petroczy Marietta Erzsébet MSc.

2007                Ute Becker Ph.D.
                       
Christina Meindl MSc.

2008                Hajdu Csaba Ph.D.
                       
Végh Anita MSc.

2009                Adriane Mack Ph.D. 
                       
Dörte Wittenburg Ph.D.

2010                Sarosi Szilvia Ph.D.
                       
Szentes Szilard MSc. 

2011                Heike Thiel Ph.D. 
                       
Catarina Henke MSc.

2012                Szabo Zoltan Ph.D.
                        
Deak Konrad Janos

2013                Kormosné Bugyi Zsuzsanna Ph.D.
                        T
oth Marcell MSc. 

2014                Török Aron Ph.D.
                        
Dr. Fodor Istvan MSc. 

2015                 Lörincz Marta Ph.D.
                         R
isa Anita MSc. 

2016                   Riczu Péter Ph.D. 
                            Nagy Anna MSc.