Deutsch-Ungarische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
 

Führungswechsel bei der DUG - Dr. Arne Gobert berichtet über die aktuelle Situation in Ungarn

Foto: Stefan Fassbender 

 Die Deutsch-Ungarische-Gesellschaft (DUG) feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.  20 Jahre davon wurde sie von Dr. Peter Spary geleitet, der bei der Mitgliederversammlung am 3. Mai 2019 nicht mehr für dieses Amt kandidierte. Da auch Schatzmeister Friedhelm Ost und Geschäftsführer Theo Zens nicht mehr antraten, kam es im Präsidium zu einem geplanten Generationenwechsel. In seiner Eröffnungsrede dankte Peter Spary den vielen Mitgliedern der Gesellschaft, die ihn stets ermuntert hätten, nach vorne zu blicken. Er konnte sich zugleich mit einer beeindruckenden Abschlussbilanz verabschieden. In den 19 Monaten seiner letzten Amtszeit hatte die DUG insgesamt 32 Veranstaltungen durchgeführt, davon 16 in Bonn und 11 Berlin. Höhepunkt war wie in den Vorjahren die Verleihung des Agrarforschungspreises in der Akademie der Wissenschaften in Budapest.

„Außerordentliches Engagement für die Deutsch-Ungarische Freundschaft“

Mehrere Redner, darunter der ungarische Generalkonsul Balázs Szegner (ungarisches Generalkonsulat Düsseldorf) würdigten die Arbeit von Spary und dessen außerordentliches Engagement für die Deutsch-Ungarische Freundschaft. Bereits im Vorfeld hatte sich das Präsidium Gedanken über die personelle Neuaufstellung gemacht. Als neuer Präsident wurde der ehemalige Vizepräsident des Landtages von NRW, Dr. Gerhard Papke, gewählt, der bereits seit einem Jahr das Amt des Vizepräsidenten der Gesellschaft innehat. Als Vizepräsidentin in ihrem Amt bestätigt wurde Dr. Rita Bajaky. Neu im Präsidium als Vizepräsidentin ist Annamaria Friedrich-Ireghy. Dr. Günter Lemmer als Schatzmeister und Stefan Fassbender als Geschäftsführer komplettieren den Vorstand.

Papke: „Mehr Sachlichkeit  und Fairness bei der Bewertung der ungarischen Politik“

Als erste Amtshandlung schlug Papke der Mitgliederversammlung vor, den bisherigen Präsidenten Peter Spary zum Ehrenpräsidenten zu wählen. Die Versammlung folgte diesem Vorschlag einstimmig. Inhaltlich rief Papke zu mehr Sachlichkeit und Fairness bei der Bewertung der ungarischen Politik auf: „Die Ungarn haben vor 30 Jahren als erste ein Loch in den Eisernen Vorhang geschnitten. Sie sind ein zutiefst freiheitsliebendes, proeuropäisches Volk, dem wir Deutschen viel zu verdanken haben. Wir sollten ihre Stimme ernst nehmen und genauer zuhören, statt vorschnell zu urteilen.“ Die DUG wolle gerade in herausfordernden Zeiten des deutsch-ungarischen Verhältnisses ein Forum für den gemeinsamen Gesprächsprozess sein. 

Gobert kritisiert einseitige Ungarn-Berichterstattung in Deutschland

Viel Beifall für seinen Vortrag über die aktuelle Lage in Ungarn erhielt Dr. Arne Gobert, Präsident des Deutschen Wirtschaftsclubs Ungarn. Gobert erläuterte die außerordentlich positive Wirtschaftsentwicklung in Ungarn, die zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensumstände vieler Ungarn geführt habe. Im Land herrsche nahezu Vollbeschäftigung. Die Regierung habe marktwirtschaftliche Reformen ins Werk gesetzt, die Ungarn als Investitionsstandort außerordentlich interessant machten. Nicht nur die deutsche Industrie dränge nach Ungarn. 2018 seien so viele ausländische Investitionen nach Ungarn geflossen wie noch nie zuvor. Im Land herrsche praktisch Vollbeschäftigung. 

Gobert kritisierte die seiner Ansicht nach häufig einseitig negative Ungarn-Berichterstattung in Deutschland. So finde es beispielsweise keinerlei Erwähnung, dass derzeit in Ungarn mehr als 6.000 Menschen aus Krisengebieten in aller Welt auf Kosten Ungarns studieren. Die Förderung junger Familien sei bemerkenswert. Außerdem habe die ungarische Regierung ein umfangreiches Programm in die Wege geleitet, um die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Der Präsident des Deutschen Wirtschaftsclubs mit Sitz in Budapest wies darauf hin, dass es in anderen Ländern Europas durchaus als Problem aufgefasst werde könne, wenn Deutschland diesen Ländern erkläre, wie sie zu funktionieren hätten. Die Ungarn seien sehr offen für konstruktive Hinweise von außen und auch bereit, ihnen Rechnung zu tragen. Sie reagierten nur verständlicherweise empfindlich, wenn deutsche Politiker sich als demokratische Oberlehrer aufspielten. . ▶ S.F.

 

 

 

 

 

Dr. Arne Gobert, Präsident des Deutschen Wirtschaftsclubs Ungarn, bei seinem Vortrag

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