Deutsch-Ungarische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
 

Die DUG als Dachverband


In einer föderal strukturierten Bundesrepublik wie Deutschland vollzieht sich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben nicht nur an einem zentralen Mittelpunkt, sondern dezentral in den Bundesländern, in den Landeshauptstädten und in den kulturellen und wirtschaftlichen Metropolen des Landes. Konsequenterweise haben sich daher weit über 50 regionale deutsch-ungarische Gesellschaften entwickelt, die hervorragende Arbeit in ihren jeweiligen regionalen Verantwortungsgebieten leisten.

Hinzu kommt die wertvolle Arbeit der fachlich orientierten deutsch-ungarischen Gesellschaften, die in ihrem jeweiligen Fachbereich Kompetenzen beider Länder bündeln und vertiefend einen fruchtbaren Dialog zwischen beiden Ländern entfalten, z. B. auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft, der Medizin, der Philosophie. Diese Gesellschaften sind natürlich bundesweit in Deutschland aktiv und haben erfreulicherweise Parallelgesellschaften auf ungarischer Seite. Zum Teil wurden diese Gesellschaften bereits lange vor der politischen Wende, damals noch unter anderen rechtlichen Bedingungen, ins Leben gerufen und können heute stolz sein auf mehr als zwei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit, wie z. B. die Deutsch-Ungarische Juristenvereinigung, die 2007 ihr 20jähriges Jubiläum in Karlsruhe mit einer Rede des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes Prof. Dr. Papier feiern konnte.

Diese fachlich orientierten deutsch-ungarischen Gesellschaften haben ihre jeweiligen Partner auf Bundesebene in der Wissenschaft, der Kultur oder der Politik. Für regionale Gesellschaften sind in der Regel die Landesparlamente und die Landesregierungen erste Ansprechpartner und zusätzlich natürlich die auf Landesebene organisierten Verbände.

Unsere Gesellschaft wurde 1994 in Bonn gegründet und hatte von daher automatisch die zusätzliche Aufgabe, den intensiven Kontakt zur Politik, zu Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung sowie natürlich auch zur ungarischen Botschaft zu halten, die damals allesamt ihren Sitz in Bonn hatten. Diese Aufgabe ist zwangsläufig unserer Gesellschaft zugefallen, zumal sie von ihrer Mitgliederstruktur auch in besonderer Weise qualifiziert war und ist, diese Aufgabe wahrzunehmen.

Mit dem Umzug von Bundestag und Teilen der Bundesregierung von Bonn in die neue Bundeshauptstadt Berlin hat sich ein Schwerpunkt der Tätigkeit auch unserer Gesellschaft verlagert. Bereits im Jahr 2000 hat unsere Gesellschaft in der Hauptstadt Berlin ein eigenes Büro eröffnet, zunächst im Haus des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels e. V., dann ab 2002 in der Landesvertretung des Freistaates Thüringen beim Bund und seit 2005 in dem eigenen Büro des Präsidenten in Berlin-Mitte in der Wilhelmstraße 77, schräg gegenüber der ungarischen Botschaft. Auch in Berlin konnten kontinuierlich neue Mitglieder aus dem politischen und dem verbandspolitischen Umfeld gewonnen werden, so dass heute in Berlin auch ein zweiter räumlicher Schwerpunkt der Arbeit unserer Gesellschaft gegeben ist, die natürlich bedingt durch die Mehrzahl ihrer Mitglieder in der Region Bonn fest verankert bleibt.

Im Jahr 2001 hat unsere Gesellschaft durch eine Satzungsergänzung konsequenterweise die zusätzliche Aufgabe übernommen, als Dachverband zu wirken für die regionalen und die fachlich orientierten deutsch-ungarischen Gesellschaften. Die Notwendigkeit eines Dachverbandes wird weitgehend akzeptiert, auch um den Erfahrungsaustausch zwischen den Gesellschaften aufrecht zu erhalten und um die Anliegen aller Gesellschaften gegenüber der Politik wirkungsvoll sichtbar zu machen. Da keine andere der deutsch-ungarischen Gesellschaften sich gedrängt oder verpflichtet gefühlt hat, diese Aufgabe eines Dachverbandes zu übernehmen, hat unsere Gesellschaft dies durch einstimmigen Beschluss getan, ohne dabei unsere bisherige auch regionale Aufgabenstellung zu vernachlässigen.

Bei unserer Konstruktion als Dachverband handelt es sich nicht um eine Konstruktion im streng juristischen Sinne. Denn die deutsch-ungarischen Gesellschaften in den Regionen bleiben natürlich selbstständig und sind nicht verpflichtet, Beiträge an den Dachverband zu entrichten. Diese eher pragmatisch entwickelte Lösung hat sich als realistisch und gangbar erwiesen. Andere binationale Gesellschaften wie z. B. die Deutsch-Polnische, die Deutsch-Französiche oder die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft haben formaljuristisch korrekt einen Dachverband begründet und detailliert satzungsrechtlich konstruiert. In unserem Bereich bleibt es bis auf weiteres bei unserer pragmatisch gefundenen Lösung, die weitestgehend Akzeptanz gefunden hat bei den regionalen Gesellschaften, aber insbesondere bei unseren Ansprechpartnern in der Politik, mit denen wir parteiübergreifend auch weiterhin auf das engste zusammenarbeiten werden.

Regional orientierte deutsch-ungarische Gesellschaften:

 

  • Deutsch-Ungarische Gesellschaft e.V.

  • Ungarische Vereinigung Berlin e.V.
  • Deutsch-Ungarische Gesellschaft Hannover e.V.
  • Deutsch-Ungarische Gesellschaft e.V. Darmstadt
  • Ungarischer Club Göttingen



Fachlich orientierte deutsch-ungarische Gesellschaften:

  • Deutsch-Ungarische Juristenvereinigung e.V.